29.09.2022
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WM 2022: Zum vierten Mal mit Para-Dressur – Deutsches Team mit Paralympics-Erfahrenen und Neulingen

Herning/DEN (fn-press). Zum vierten Mal finden die Weltmeisterschaften in der Para-Dressur zusammen mit anderen Pferdesportdisziplinen statt. Austragungsort ist das dänische Herning, wo vom 6. bis 14. August auch die Dressur- und Springreiter und Voltigierer ihre Meister ermitteln. Seit der Premiere 2010 hat die Para-Dressur deutlich an Aufmerksamkeit gewonnen, dabei hat sich zugleich das Niveau von Reitern und Pferden gewaltig gesteigert. Wie das deutsche Team aufgestellt ist und mit welchen Erwartungen es nach Herning reist, verrät Bundestrainer Bernhard Fliegl im Interview.

FN-aktuell: In wenigen Tagen geht die WM in Herning los. Wie würden Sie Ihr Team in diesem Jahr beschreiben?
Bernhard Fliegl: Wir haben ein gemischtes Team aus neuen und erfahrenen Championatsreitern, das macht es sehr spannend. Mit Anna-Lena Niehues haben wir beispielsweise eine ganz neue Reiterin dabei. Ihr Pferd Quimbaya ist sehr bewegungsstark und strahlt gleichzeitig eine Leichtigkeit aus, die bei den Richtern ankommt. Anna-Lena ist im Regelsport hoch platziert und in diesem Jahr auf Anhieb Deutsche Meisterin in Grade IV geworden, danach hat sie sich international dreimal vorne platziert. Sie hat sich praktisch innerhalb von zweieinhalb Monaten für das WM-Team empfohlen, das will schon etwas heißen. Heidemarie Dresing und La Boum waren in Tokio zweimal ganz dicht an einer Medaille dran und haben sich seither noch weiterentwickelt. An einem guten Tag ist da alles möglich. Das gilt auch für Regine Mispelkamp und ihren Highlander Delight’s, auch wenn er sich in der Galopp-Tour manchmal ein paar „Faxen“ einfallen lässt. Leider ist Martina Benzingers Nautika kurz vorm Trainingslager ausgefallen. Das ist bitter, denn sie ist schon lange dabei und hat eine sehr sichere und gleichmäßige Saison abgeliefert. Wir hatten sie als sichere Bank für unser Team gesehen. Erfreulicherweise hatten wir zwei sehr gute Reservistinnen in der Hinterhand, von denen nun Gianna Regenbrecht mit dem championatserfahrenen Fürst Sinclair ins Team nachgerückt ist, sowie Isabel Nowak mit Fayola DB. Insgesamt fühlen wir uns damit gut aufgestellt, auch wenn wir natürlich wissen, dass die Konkurrenz groß ist.

FN-aktuell: Neu im Team ist in diesem Jahr Equipechef Nico Hörmann…
Bernhard Fliegl: Ja, genau. Nico ist bei uns der Mann für die Organisation. Er bringt Struktur und Ordnung in die Abläufe.

FN-aktuell: Teamgold haben sich bei der letzten WM in Tryon die Niederländer gesichert – wer gehört dieses Mal zu Ihren stärksten Konkurrenten?
Bernhard Fliegl: Dänemark ist ganz stark, die Niederlande auch. Die Briten halten sich im Vorfeld immer etwas versteckt, sie sind schwer einzuschätzen. Belgien hat auch eine gute Reiterin und die USA waren Dritte bei den Paralympics in Tokio. Und dann wird sicher noch die eine oder andere Überraschung auf uns zukommen.

FN-Aktuell: Gibt es ein konkret angestrebtes Ziel für die WM?
Bernhard Fliegl: Unser oberstes Ziel heißt natürlich immer Medaille, auf jeden Fall aber haben wir vor, unter die ersten sechs Teams zu kommen, damit wir schon mal unsere Qualifikation für die Paralympics 2024 in Paris in der Tasche haben. Und natürlich spekulieren wir auch auf die eine oder andere Einzelmedaille. Die Chance ist da, aber es muss schon alles passen. Denn wie schon gesagt: Die Konkurrenz ist groß.

Das Interview führte Kim Kreling für das PM-Forum, dem Magazin der Persönlichen Mitglieder der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN)

Alle wichtigen Informationen zu den Weltmeisterschaften, dem Para-Team, Wettkampf- und TV-Zeiten gibt es unter www.pferd-aktuell.de/wm2022.

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