26.09.2022
Hannes Ahlmann (GER) und Nerrado sichern sich den Sieg im Finale der mittleren Tour des CSI4*. Foto: Thomas Hellmann

Tante Orakel hat’s gewusst

„Unglaublich mit wieviel Übersicht der junge Kerl das Stechen anging“, lobt Vater Dirk Ahlmann. „Und Pheline hat ihm genau gesagt, wie viele Galoppsprünge er wo machen soll.“ Schwester Pheline begleiteten den Ritt von Bruder Hannes auch mit aufgeregten ‚Mithüpfern‘ am Rand des Parcours – im Top-Familienteam zum Sieg: Der 21-jährige Hannes Ahlmann hat das zweite CSI2*-Ranking-Springen des Tages bei der DKB Pferdewoche, den Preis der Firma Vauth Sagel, gewonnen. Und noch ein Familien-Mitglied war involviert in diesen Sieg: Tante Meike Ahlmann. Am Tag zuvor hatte sich der Holsteiner Hengst Nerrado einen ‚Steher‘ im Parcours geleistet. Hannes’ Tante Meike kommentierte: „Hannes, wenn er so etwas gemacht hat, gewinnt er das nächste Springen. Das ist immer so!“ Das Orakel sprach und so kam es.

Fünf der 32 Reiter hatten sich für das Stechen qualifiziert, Hannes ging als letzter Starter ins Stechen und verwies Philip Houston mit Sandro’s Bella auf den zweiten Platz. Harm Lahde und Grey Chester rutschten auf Rang drei.

39,34 Sekunden war die Siegzeit von Ahlmann und Nerrado. „Er ist zwar nicht unbedingt grundschnell“, analysierte der Sieger, „aber er lässt sich schnell reiten. Ich brauche nur mein Körpergewicht verlagern, dann dreht er schon in die richtige Richtung. Und ich wusste, wenn ihm einmal ein Steher passiert ist, hat er ein schlechtes Gewissen und gibt dann erst recht alles.“ Da vertraue er dem Hengst vollkommen und er kenne ihn gut. „Ich hatte mir vor dem Stechen schon den Plan gemacht, dass ich nur mit acht Galoppsprüngen in die Kombination reite, andere hatten neun gemacht, und danach den kürzeren Weg weiter wähle.“ Das hat geklappt, Houston brauchte 39,57 Sekunden für den Stechparcours, Lahde 41,22 Sekunden.

900 Kilometer spontan zum Sieg

Die 13-jährige Marie-Luise hatte im vergangenen Jahr eine lange Verletzungspause eingelegt, hat sich Anfang des Jahres mit kleinen Springen im Sport zurückgemeldet und war bei der DKB Pferdewoche in Groß Viegeln wieder in top Form: Sieg im Finale der CSI2*-Medium Tour, im Preis der Maler Voigt GmbH, unter dem baden-württembergischen Springprofi Sönke Aldinger. „Ich habe sie seit fünf Jahren. Sie ist unheimlich grundschnell und gewinnt viel.“ Bevor die Forsyth-Tochter zu Aldinger in den Stall kam, ging sie einige Zeit in einem Reitstall im Schulbetrieb. „Aber das hat nicht optimal geklappt“, schmunzelt der Sieger.

Erst am Montag hatte Aldinger seine Nennung für Groß Viegeln abgegeben, nie zuvor hatte er die 900 Kilometer-Reise nach Groß Viegeln angetreten. „Eine Nachbarin hat mich spontan gefragt, ob ich mit meinen Pferden mitfahren will.“ Spontan, gesiegt, gelohnt. Mit dem Sieg kann sich der 26-Jährige nicht nur über den Erfolg und den Siegpreis freuen, sondern auch über wertvolle Weltranglistenpunkte.

Insgesamt hatten sich 51 Reiter-Pferd-Paare in diesem Finale empfohlen, 14 haben sich für Stechen qualifiziert, sechs blieben in Umlauf und Stechen fehlerfrei. An die 38,53 Sekunden von Marie-Luise und Aldinger kamen Peter Jakob Thomsen und Clooney am nächsten heran: Mit 39,25 Sekunden wurde das Paar Zweiter vor Alessandra Reich aus Österreich und Staccordo.

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