08.12.2022
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Stuttgart: Ingrid Klimke und Franziskus FRH gewinnen Weltcup-Kür – Werth wird Zweite / 18-jähriger Daily Mirror auf Rang drei

Stuttgart (fn-press). Ingrid Klimke (Münster) und Franziskus FRH haben mit einer neuen persönlichen Bestleistung die Weltcup-Kür in Stuttgart für sich entschieden. Rang zwei geht an Isabell Werth (Rheinberg) mit DSP Quantaz, Rang drei an Benjamin Werndl (Aubenhausen) und Daily Mirror.

Vor ausverkauften Rängen haben sich Ingrid Klimke und Franziskus zu 83,44 Prozent, einer neuen persönlichen Bestleistung und dem Sieg in der Weltcup-Kür getanzt. Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause kann das Turnier in Stuttgart als deutsche Weltcup-Station 2022 wieder stattfinden – mit 8500 Zuschauern in der Schleyer-Halle.

Diese haben die Kür sichtlich genossen, so nahm es auch die Siegerin wahr: „Ich hatte gute Laune, Franz hat getanzt, das Publikum hatte Spaß, es war toll“, sagte Ingrid Klimke, die selbst nicht so recht mit dem Sieg in Stuttgart gerechnet hatte: „Das kam wirklich unverhofft. Ich wäre auch zufrieden gewesen, wenn ich Zweite, Dritte oder Fünfte geworden wäre.“ Gerade erst gewann sie mit Franziskus FRH die Weltcup-Station im polnischen Zakrow. Hier erhielt das Paar 79,675 Prozent in der Kür und steigerte sich in Stuttgart deutlich. „Wir haben ein ganz gutes System für uns gefunden. Zuhause steht viel Grundlagenarbeit an, mir geht es darum, Franz locker und geschmeidig zu halten. Lektionen werden nur gezielt trainiert. Auf dem Turnier braucht Franziskus immer einen Moment, bis er sich einfindet. Also reisen wir einen Tag früher an und geben ihm die Zeit, die er benötigt.“ Ihre Latin-Pop-Kür mit Musik von Alvaro Soler oder Enrique Iglesias reitet sie schon etwas länger. „Für mich ist das Gute-Laune-Musik. Ich wollte zu Musik reiten, zu der ich gern tanze und die ich selbst gern höre.“

Musik, die sie selbst gern hört, hatte mit Songs von Bonnie Tyler auch Isabell Werth für ihre neue Kür zu Musik ausgewählt. Bei der Weltmeisterschaft in Herning hatten die beiden sie zum ersten Mal gemeinsam gezeigt. “Bei der Auswahl ist mir wichtig, dass die Musik zum Pferd passt. Quantaz ist eben auch ein bisschen rockig, das passt gut.“ Sie sei sehr stolz auf die Entwicklung des zwölfjährigen Quarterback-Sohnes, der sich in Stuttgart erwachsen und fokussiert präsentierte. Die beiden entschieden den Grand Prix am Freitag für sich, in der Kür wurde es mit 82,030 Prozent Rang zwei. Werth zeigte sich kritisch mit sich: „Diese Kür ist sehr anspruchsvoll, aber ich wollte einen hohen Schwierigkeitsgrad. Ich war in der Pirouette etwas vorsichtig mit meiner Hilfengebung, diese Kleinigkeiten sind noch Abstimmungssache. Aber ich bin einfach sehr zufrieden mit Quantaz.” Angesprochen auf ihren zweiten Platz betonte sie: „Ich müsste fehlerfrei reiten, um zu gewinnen. Ingrid ist fehlerfrei geritten, ich nicht. Ich bin immer sportlich gewesen und habe diese Entscheidungen immer akzeptiert.“

Rang drei geht an Benjamin Werndl und den 18-jährigen Daily Mirror. “Die Halle ist ein richtiger Hexenkessel gewesen, dort einzureiten macht Lust auf mehr und ich war gepackt von der Atmosphäre”, sagte Werndl, der 81,885 Prozent für seinen Ritt erhielt. Er zeigte eine Kür zu afrikanischer Musik, die er ausgesucht hatte, weil Daily Mirrors Besitzerin, Flora Keller, ein großer Afrika-Fan sei. Nach Stuttgart hatte er eigentlich mit ihr besprechen wollen, ob und wann “Ken” in den sportlichen Ruhestand gehen soll, “aber er gibt uns das Gefühl, dass er noch Lust hat. Er ist hier losgetrabt wie ein Sechsjähriger, aber ich werde ihn nicht mehr viele Turniere reiten. Ich bin stolz, dass ich mit diesem 18-jährigen Pferd an der Weltspitze mithalten kann. Er ist ein guter Botschafter für den Sport.” 

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