29.09.2022
Michael Jung weiter auf Titelkurs (Annette Dölger / TGL)

Longines Luhmühlen Horse Trials: Michael Jung weiter auf Titelkurs – Robiné und Schrade auf den Plätzen zwei und drei der DM vor dem Springen / Schweizer Führung im CCI5*-L

Luhmühlen (fn-press). Bei den Deutschen Vielseitigkeitsmeisterschaften im Rahmen der Longines Luhmühlen Horse Trials ist Michael Jung der Titelverteidigung noch ein Stück näher gerückt. Nach Dressur und Gelände führt er mit Highlighter sowohl die internationale als auch die DM-Wertung vor Jerôme Robiné mit Black Ice und Dirk Schrade mit Casino an.

Michael Jung und sein Highlighter gehörten zu den drei Paaren, denen hindernis- und zeitfehlerfreie Runde durch das Gelände der Vier-Sterne-Prüfung gelang. Damit blieb es bei seinem Dressurergebnis von 25,6 Minuspunkten. „Die Zeit ist sehr knapp. Aber er [Highlighter] hat sich super reiten lassen, deswegen habe ich das an den Hindernissen auch flüssig hingekriegt, bin gute Linien geritten und er ist super galoppiert, war konditionell topfit. Daher konnte ich am Schluss sogar noch ein bisschen Tempo machen nach der letzten Kombination“, sagte der Reitmeister aus Horb zur Erklärung.

Mit einer ebenfalls schnellen Runde rückte Jerôme Robiné auf den zweiten Platz vor. Mit diesem Gedanken anzureisen, „wäre allerdings vermessen gewesen“, sagte der Warendorfer Sportsoldat. Nicht überall sei es ihm gelungen, so zu reiten, wie er es sich vorgenommen hatte, sagte er. Dennoch fehlten ihm am Ende nur zehn Sekunden zur glatten Nullrunde. Mit einem Zwischenstand von nur 29,0 Minuspunkten startet er am Sonntag als Vorletzter ins entscheidende Springen. Für den 24-Jährigen sind es die zweiten Deutschen Meisterschaften im „Seniorenlager“. Mit seinem Ergebnis ist er gleichzeitig der beste Teilnehmer der Sonderwertung im U25-Förderpreis Vielseitigkeit.

Doch noch ist nichts entschieden, denn die ersten Paare liegen denkbar eng beieinander. Mit nur 29,6 Minuspunkten folgt Dirk Schrade mit Casino dicht hinter Jung und Robiné auf Platz drei. „Ich bin sehr stolz auf ihn. Casino war spitze und hat hier seine Klasse gezeigt“, sagte der Mannschaftsolympiasieger von 2012, zeigte sich aber auch selbstkritisch „Mit dem Pferd bin ich sehr zufrieden, der Reiter kann es noch schöner.“

Ebenfalls noch ein Wörtchen mitsprechen bei der Medaillenvergabe kann Sandra Auffarth, die mit gleich zwei Pferden in Luhmühlen am Start war. Mit ihrem WM- und Olympiapferd Viamant du Matz ließ sie es nach einer kleineren Trainingspause eher ruhig angehen (57,0 Minuspunkte/Platz 32), dafür galoppierte ihre Nachwuchshoffnung Rosveel nur wenige Sekunden über der erlaubten Zeit ins Ziel. Mit 29,8 Minuspunkten trennt die bekanntlich auch im Springsattel hoch erfolgreiche Reiterin nur ein Wimpernschlag vom Podium. Und auch der zweimalige EM-Teilnehmer Christoph Wahler (Bad Bevensen) kann sich mit dem zehnjährigen Hannoveraner D’Accord durchaus Hoffnungen auf einen Spitzenplatz machen. Wie Robiné war er nur fünf Sekunden zu langsam und nimmt nur genau 30,0 Minuspunkte ins Springen mit.

So gut wie für die Spitzengruppe lief es aber nicht für alle Teilnehmer. Unter anderen nahm sich der nach Dressur führende US-Amerikaner William Coleman mehr Zeit für den Kurs und rangiert mit Chin Tonic HS nun vor dem Springen auf Platz elf (36,2 Minuspunkte).

CCI5*-L am Sonntag ohne deutsche Beteiligung
Das Gelände der Fünf-Sterne-Hauptprüfung hatte am Samstagmorgen den Auftakt gemacht und begann für Parcourschef Mike Etherington-Smith nach eigener Aussage „nervenaufreibend“. Von den ersten vier Startern, darunter der britische Mannschaftsolympiasieger und Silbermedaillengewinner von Tokio Tom McEwen als Pathfinder, sah nur ein Paar das Ziel, bevor die Prüfung richtig ins Laufen kam. Am Ende beendeten 24 von 36 Paaren das Gelände, darunter neun ohne Zeit- und Hindernisfehler. Nicht mehr am Sonntag dabei ist jedoch die einzige deutsche Reiterin Sophie Leube (Hamm). Sie beendete ihre Fünf-Sterne-Premiere mit ihrer Stute Jadore Moi am ersten Wasserkomplex. „Wir hatten tollen Start. Sie galoppierte toll und ganz frisch los und ich hatte eigentlich ein gutes Gefühl. Mit dieser Motivation sind wir auch zum ersten Wasser gekommen und dann sprang sie mächtig los und ich habe die Linie zum nächsten Sprung nicht mehr bekommen“, sagte sie. „Für diesen Fall eines frühen Fehlers war mit Bundestrainer abgesprochen, dass ich zur Schonung des Pferdes aufhöre“, erklärte sie.

Neue Nummer eins in der Fünf-Sterne-Prüfung ist vor dem Springen der Schweizer Olympiareiter Felix Vogg mit dem Westfalen Colero. Er beendete die Geländestrecke mit seinem Dressurergebnis von nur 29,0 Minuspunkten vor dem Neuseeländer Tim Price mit Vitali (29,1) und dem Briten Oliver Townend mit Dreamliner (29,6), was auch in dieser Prüfung ein spannendes Finale für Sonntag erwarten lässt.

Weitere Informationen: www.pferd-aktuell.de/spitzensport/deutsche-meisterschaften/deutsche-meisterschaft-vielseitigkeit

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