01.10.2022
Don Royal-Sohn ist Dressursieger (Foto: Björn Schroeder)

DSP-Hengsttage: Don Royal-Sohn ist Dressursieger!

Was für ein Pferd! Für Gänsehaut-Feeling sorgte heute der bejubelte Sieger des Dressurlots. 47 Hengste wurden der Körkommission präsentiert, gekört wurden 23, acht erhielten den begehrten Titel „Prämienhengst“.

Diese Hengsttage waren besonders: Die pandemiebedingten Auflagen waren bekanntlich streng, auf Publikum musste verzichtet werden. Um die Veranstaltung aufgrund der Vorgabe „2G+“ trotzdem über die Bühne bringen zu können, musste sogar eigens ein Testzentrum auf dem Gelände errichtet werden. Und doch – als es galt, den Siegerhengst vom DSP-Champion und DSP-Prämienhengst Don Royal, zu feiern und ihm und seine Züchter und Besitzer applaudierend Respekt zu zollen, hätte die Stimmung besser kaum sein können. Da war wohl keiner in der Halle, der diesem Pferd den Titel nicht gönnte. Jörg Schrödter, der Sportkommissar Dressur der DSP-Hengsttage, geriet bei seinem Kommentar ins Schwärmen: „Dieser Hengst sucht seinesgleichen. Er präsentierte sich vom Temperament her überlegen, war immer ausgeglichen und doch sofort präsent, wenn es darum ging, sich zu zeigen. Der Trab ist dynamisch mit enormem Grundschwung, der Galopp sehr gut ausbalanciert, wobei er weit unterspringt. Und der Schritt ist sehr gut und gelassen. Man kann sich bei diesem Hengst sowohl in der Zucht als auch im Sport eine große Karriere vorstellen.“ Und als der Züchter und Besitzer Dr. Frank Klakow gebeten wurde, Vorführer Jan Crome-Sperling eine Ehrenrunde abzunehmen und den Hengst selbst zu präsentieren, ließ dieser sich das nicht zweimal sagen. Und der Mann kann’s (auch). Kein Wunder, der Tierarzt und Erfolgszüchter betreibt zusammen mit dem brandenburgischen Landgestüt Neustadt/Dosse im sachsen-anhaltinischen Krumke eine Besamungsstation. Er hat den Hengst, der erst Mitte Dezember zu Crome-Sperling wechselte, bis dahin täglich Weidegang hatte und zunächst in Krumke vorbereitet wurde, selbst aufgezogen. „Mein absoluter Liebling“ erklärt er, „total verschmust, dabei immer mit Freude bei der Arbeit“.  Leistungsbereite Pferde gibt es aus dem von ihm seit rund 30 Jahren gepflegten DSP-Stamm viele: Die Mutter Queen Rubin II beispielsweise brachte bereits von Asgard’s Ibiza den ebenfalls in München gekörten Big Ben, der bei der WM der jungen Dressurpferde für Luxemburg erfolgreich war, ihre Vollschwester ist die international erfolgreiche DSP Queen Rubin, aus der Großmutter stammen Grand Prix-Pferde und S-Sieger und die Liste ließe sich fortsetzen. Einen Siegerhengst konnte Frank Klakow vor Jahren übrigens schon einmal stellen – einen Springsieger in Neustadt/Dosse. „Doch der Sieg hier in München“, so Frank Klakow, „das ist das absolute Highlight“.

Insgesamt wurden acht Hengste der Dressurkollektion mit einer Prämie ausgezeichnet: Neben dem Siegerhengst waren das Söhne von Benicio, Fair Game, Fürst Samarant, Maracanà, Top Gear, Vitalis und Zackerey. Der Sohn des Benicio, von der Zuchtgemeinschaft Bernau in Rosian gezogen und im Besitz der Sportpferde Beckmann GmbH, vereint auf der Mutterseite bestes DSP-Blut. Die Mutter ist eine Staatsprämienstute vom DSP-Prämienhengst Belantis I aus einer Tochter des DSP-Eltehengstes Quaterback. „Überragende Grundgangarten, ausdrucksvoller Trab und überragender Schritt“, so das Urteil der Körkommission über den Fuchs.

Züchter des ebenfalls prämierten Sohnes des auf dem Birkhof stationierten Fair Game aus einer Sandro Hit-Don Gregory-Stute ist Ernst Rus, Gingen, ausgestellt wurde der Schwarzbraune von der Xenophon 2 Gmbh, Bad Homburg. Dahinter steckt kein Geringerer als Sönke Rothenberger. Das Urteil der Jury – „sehr gut bergauf konstruiertes Pferd, ein vielversprechendes Gesamtpaket“ hörte sich der Team-Olympiasieger und -Weltmeister in München persönlich an. Und er hatte gleich doppelt Grund zur Freude: Er ist auch Besitzer des ebenfalls prämierten von der in der Schweiz ansässigen Fromecs AG aus einer Stute von Don Schufro-Sandro Hit gezogenen Top Gear-Sohn. „Taktsichere und kraftvolle Bewegung und eine hohe Versammlungsbereitschaft verheißend“, so Jörg Schrödters Kommentar.

Auch Mathieu Beckmann konnte seiner Sammlung gleich eine zweite Schärpe hinzufügen, denn auch sein Fürst Samarant-Sohn wurde prämiert. Züchter des Dunkelfuchses ist Reiner Bockholt, Steinfurt. „Ein Trab mit sehr viel Audruck, gute Lastaufnahme im Galopp und guter taktsicherer Schritt“ attestierte die Kommission dem Hengst aus der Zucht von Reiner Bockholt, Steinfurt.

Und noch ein „Zweifach-Täter“: Antonius Schulze-Averdiek aus Rosendahl, der schon den Springsieger dieser Hengsttage stellen konnte, ist Züchter und Besitz des Prämienhengstes von Maracanà, ein Sohn des in München am selben Tag als „DSP-Elitehengst“ geehrten Millennium. Gezogen wurde der Hengst aus einer Stute von Biasini-Ehrentusch.

Jörg Schrödter beschrieb ihn als „gleichmäßig gutes Pferd, das sowohl züchterisch als auch sportlich vielversprechend ist.“ 

Einer zeigte, dass er nicht nur über Pferde urteilen, sondern hervorragende Pferde auch selbst züchten kann: Dr. Dieter Schüle, Top-Dressurrichter mit internationalen Meriten, ist Züchter und Besitzer des prämierten Vitalis-Sohnes. Gezogen hat er den Fuchs aus seiner Staatsprämienstute Die Fidora von Foundation-Dean Martin. Mit der Großmutter des jungen Hengstes war die Züchtertochter selbst bis hin zu Europameisterschaften erfolgreich. „Ein schönes Bergauf-Pferd ohne Schwächen mit gleichmäßig guten Grundgangarten, gutem Genick und gutem Hinterbein“, lautete der Kommentar.

Die Riege der Prämienhengste komplettierte ein Hengst aus dem Besitz von Heinrich Ramsbrock, Menslage. Dr. Jürgen Bornhorst hat den Fuchs von Zack-Sohn Zackerey aus einer Staatsprämienstute von Ehrenwort-Weltmeyer gezogen. „Ein sehr harmonisches, nahezu perfektes Pferd“, so der Kommentar, „ein Riesengalopp, ein Trab mit großer Übersetzung und guter Balance, dazu ein sehr guter, geregelter Schritt. Ein Hengst, der keine Wünsche offenlässt“, so der begeisterte Kommentar des Dressurexperten.

Die Väter der weiteren gekörten Hengste sind Asgard’s Ibiza, Baron, Bel Amour, Benicio, Durello, Escamillo, Escolar, Jovian, Millennium, Secret (zwei gekörte Hengste), Top Gear, Totilas, Toto Jr. und Zackerey. 

Die Bilanz von Torsten Große-Freese, Leiter der Körkommision, fiel mehr als zufrieden aus: „Vier spannende Tage liegen hinter uns“, so der Zuchtleiter des bayerischen Verbandes. „Wir sahen auch in der Breite sehr gute Hengste und sowohl in der Dressur wie auch schon im Springen Hengste von Ausnahmequalität an der Spitze.“

Und auch Heike Blessing-Maurer zog ein positives Fazit: „Die Voraussetzungen waren zweifellos schwierig“, so die Geschäftsführerin der Süddeutschen Pferdezuchtverbände Vermarktungs GmbH. „Aber die rundum positive Resonanz hat uns gezeigt, dass wir offensichtlich das Beste aus der Situation gemacht haben. Jetzt sind wir natürlich gespannt auf Freitag und Samstag kommender Woche.“ 

Die Online-Auktion der verkäuflichen Hengste auf dsp.horse24.com, zu deren Kollektion sowohl der Dressur- als auch der Springsieger und alle weiteren Prämienhengste gehören, endet für die Springhengste mit dem Bid up am Freitag, 28. Januar, ab 19.30 Uhr. Das Bid up der Dressurhengste beginnt am Samstag, 29. Januar, ebenfalls um 19.30 Uhr. Videos aller Hengste der Kollektion finden Sie auf dsp.horse24.com. Für weitere Informationen steht DSP-Vermarktungsleiter Fritz Fleischmann unter der Mobilnummer +49 (0) 151 53 11 57 83 gerne zur Verfügung.  mic

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