02.10.2022

Die Skala der Ausbildung: Schwung Besser reiten – Praxistipps für mehr Schwung

Warendorf (fn-press). Was genau ist der Schwung? Im Rahmen der Themenwoche zur Skala der Aubildung geht es jetzt um den Schwung. Damit ist die Übertragung des energischen Impulses aus der Hinterhand über den schwingenden Rücken auf die Gesamt-Vorwärts-Bewegung des Pferdes gemeint. Schwung ist einer der sechs Punkte der Skala der Ausbildung. Dazu gehören außerdem Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Geraderichtung und Versammlung. Die Skala der Ausbildung ist nicht nur das Fundament der klassischen Reitlehre, sondern auch der Grundstein für eine harmonische Reiter-Pferd-Beziehung.

Schwung entsteht erst, wenn der Rücken losgelassen schwingt. Es besteht also ein wichtiger Zusammenhang zwischen Losgelassenheit, Rückentätigkeit und Schwung. Dabei hat Schwung nichts mit Tempo zu tun.

Der Schritt hat keine Schwebephase und ist keine schwunghafte Gangart. Trab und Galopp haben eine Schwebephase und sind daher von Natur aus schwunghaft. Schwungvoll werden Bewegungen, wenn sich die Momente der Schwebephase verlängern – daran gilt es, zu arbeiten.

Tipps für die Praxis zum Schwung

Ruhe bewahren
Schwungentfaltung hat nichts mit schnellerem Reiten zu tun. Bei Verstärkungen ist es also wichtig, die Frequenz des Tempos zu halten und lediglich die Tritte und Sprünge größer werden zu lassen.

Übergänge – aber vorbereitet
Die größte Schwungentfaltung zeigt sich in der Verstärkung – aber dafür braucht es Schubkraft aus der Hinterhand. Der Reiter soll sich das Pferd als einen Bogen vorstellen, der gespannt und entspannt wird. Indem er das Pferd vor dem Zulegen beispielsweise in einer Volte aufnimmt oder im Schultervor das Hinterbein aktiviert, spannt er den Bogen und kann daraus hervorragend die Tritte und Sprünge vergrößern.

Richtig sitzen
Ein ausbalancierter Sitz ist nicht nur bei der Schwungentwicklung das A und O. Mit Ausgleichssport, Yoga oder Dehnübungen trainiert der Reiter Ausdauer und Beweglichkeit. Wer sich nicht den Bewegungen des Pferdes anpassen kann, verhindert schwungvolle Bewegungen.

Maria hilf
Besonders schwungvolle Pferde sind gar nicht so leicht zu sitzen. Bevor der Reiter im Sattel verkrampft, mit den Knien klemmt oder sich am Zügel festhält, kann er sich einen sogenannten „MariaHilf“-Riemen vorn an den Sattel schnallen, um unabhängig von der Hand in den Bewegungen mitschwingen zu können. Meist reicht es schon, nur mit den kleinen Fingern in den Riemen zu greifen um die Hand tief und ruhig halten zu können.

Mehr zu den sechs Punkten der Skala der Ausbildung unter www.pferd-aktuell.de/ausbildung/ausbildung-des-pferdes

Ausbildungsskala des Pferdes - Grafik: FN
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