Powerfrauen Lena Waldmann und Scarlett O’Hara qualifizieren sich in Elmlohe für das Finale des NÜRNBERGER BURG-POKALs. (Foto: Thomas Hellmann)

Powerfrauen überzeugen im NÜRNBERGER BURG-POKAL in Elmlohe

Ein aus Reitersicht rein weibliches Podium mit Lena Waldmann, Janina Tietze und Emma Kanerva macht die bisher stärkste Finalqualifikation unter sich aus. Dabei überzeugt das Damen-Duo Scarlett O‘Hara und Lena Waldmann und zieht voll jugendlicher Frische ins Jahresfinale der prestigeträchtigen Serie für 7- bis 9-jährige Dressurpferde ein.

Die 71. Elmloher Reitertage waren ein Reitsportevent der Superlative: 53 Prüfungen, weit über 1.000 Starts und ein Prüfungsprogramm der Extraklasse zogen namhafte Teilnehmer sowie ein großes Publikum ins Cuxlandstadion. Mit Spannung erwartet wurden dabei auch die Prüfungen rund um den NÜRNBERGER BURG-POKAL.

Bereits am Samstag stand die Qualität der Quantität in nichts nach. Wollte man am Sonntag ein Wörtchen mitreden, musste man in der Qualifikation zur Finalqualifikation gut Gas geben. Für Dressurreiter bedeutet das natürlich nicht schnell zu reiten, sondern präzise, ausdrucksstark und möglichst frei von Fehlern. Nur für die besten 12 Reiter-Pferd-Paare, was beim 36-köpfigen Starterfeld gerade einmal das erste Drittel bedeutete, hieß es am Sonntag noch einmal glänzen zu dürfen. 71,54 % bedeuten in so mancher S*-Dressur den Sieg. In Elmlohe war dies die „magische Qualifikationsgrenze“ für die 9. Finalqualifikation. Insgesamt wartete das Feld mit 17 über 70 %-Ritten auf. Ein klarer Beweis für die Qualität, wie auch Heike Kemmer resümierte: „Wir haben es hier mit einer ausgesprochen hochwertigen NÜRNBERGER-BURG-POKAL-Qualifikation zu tun.“ Die Olympia- und BURG-POKAL-Siegerin von 2001 Heike Kemmer fand für jedes Starterpaar der Finalqualifikation wohlwollende Worte und brachte dem Publikum jeden Ritt eindrücklich näher.

Powerfrauen Lena Waldmann und Scarlett O’Hara qualifizieren sich in Elmlohe für das Finale des NÜRNBERGER BURG-POKALs. (Foto: Thomas Hellmann)
Powerfrauen Lena Waldmann und Scarlett O’Hara qualifizieren sich in Elmlohe für das Finale des NÜRNBERGER BURG-POKALs. (Foto: Thomas Hellmann)

Den besten Eindruck hinterließen dabei Lena Waldmann und Scarlett O’Hara. Die 7-jährige Tochter des Scuderia aus einer Laurentianer-Mutter begann mit einer schwungvollen Trabtour voll Erhabenheit. Heike Kemmer hob den weich fließenden Übergang vom versammelten Trab zum starken Schritt hervor. Highlight war die Galopptour. In den Pirouetten und den Serienwechseln zu 3 und 4 Sprüngen sah man das große Talent der Fuchsstute zur Lastaufnahme. „Die erst 7-jährige Stute hat alles, was ein modernes Dressurpferd braucht. Hervorragende Trabmanier mit viel Schulterfreiheit und tollem Kreuzen. Die frisch nach vorn gerittene Galopptour war genau das, was die Stute aktuell braucht. I-Tüpfelchen war der ausdrucksvolle Mitteltrab auf der Schlusslinie“, brachte es Kemmer auf den Punkt. Der gleichen Meinung waren auch die 5 Richter der Prüfung und vergaben 75,268 %. Dies bedeutet das höchste Ergebnis des Tages und damit die Startgenehmigung für das Jahresfinale in der Frankfurter Festhalle im Dezember. 

Der im Dienste des niedersächsischen Landgestüts Celle stehende Hengst Da Costa überzeugte vor allem im Trab und im Galopp. Sahnestückchen waren die Wechselserien sowie die Galoppverstärkungen. Janina Tietze erntet von der Doppel-Teamolympiasiegerin von Athen und Peking ein großes Lob: „Ein Kompliment an die Reiterin, die sich auch beim Wiehern des Hengstes nicht hat aus der Ruhe bringen lassen und ihren Sportpartner immer wieder auf die Prüfung konzentrieren konnte.“ Das Lob der Richter: 74,39 % und Platz 2. Einen „granatenstarken Auftakt“ bescheinigte Heike Kemmer dem drittplatzierten Duo. Die Finnin Emma Kanerva hatte mit Borderline die Prüfung eröffnet (73,976 %). 

Auf den Plätzen 4 und 5 folgten der Spanier Borja Carrascosa mit dem Wallach Fun4ever (73,415 %) und ein weiterer „Angestellter“ des Landes Niedersachsen, der 8-jährige Vidar, mit Catja Thomsen im Sattel (73,268 %).

Jetzt geht es in den Endspurt um die letzten 3 Finalplätze. Die Verdener Championate vom 04.–07.08.2022 bieten bereits am kommenden Wochenende die Bühne für die 10. Finalqualifikation. Nur wenige Tage später gastiert der NÜRNBERGER BURG-POKAL am 2. August-Wochenende bei den Görlitz Summerweeks.

Weitere Informationen unter www.nuernberger.de/pferdesport


Die Qualifikationsorte 2022

20.04. – 24.04.2022 Horses & Dreams Hof Kasselmann Hagen a. TW

1. Finalisten: Susan Pape und Harmony’s V-Plus 74,268 %

06.05. – 10.05.2022 Maimarkt-Turnier Mannheim Mannheim

2. Finalisten: Andrina Suter und Briatore NRW 76,561 %

13.05. – 15.05.2022 Pferdefestival Redefin Redefin

3. Finalisten: Juliane Brunkhorst und Elitist  75,975 %

26.05. – 29.05.2022 Pferd International München

4. Finalisten: Andrina Suter und Del Curto 77,756 %

09.06. – 12.06.2022 Longines Balve Optimum / Deutsche Meisterschaften Balve

5. Finalisten: Dorothee Schneider und Dante`s Hit OLD 76,025 %

16.06. – 19.06.2022 Rheinische Meisterschaften Langenfeld

6. Finalisten: Heiner Schiergen und Imperato Bonito 72,659 %

07.07. – 10.07.2022 18. Bettenröder Dressurtage Bettenrode

7. Finalisten: Marcus Hermes und De Massimo 73,220 %

14.07. – 17.07.2022 Schafhofs Dressurfestival Kronberg/Ts.

8. Finalisten: Jasmine Sanche-Burger und Deep Purple 74,024 %

28.07. – 31.07.2022 Elmloher Reitertage Elmlohe

9. Finalisten: Lena Waldmann und Scarlett O’Hara 75,268 %

04.08. – 07.08.2022 Verden International mit WM junger Dressurpferde Verden

11.08. – 14.08.2022 Dressurturnier Rosenhof Görlitz Görlitz

22.09. – 25.09.2022 Dressurturnier Ludwigsburg Ludwigsburg

Das Finale 2022

15.12. – 18.12.2022 Internationales Festhallen Reitturnier  Frankfurt 

Bild mit freundlicher Genehmigung von Photo: Thomas Hellmann