Etliche Gäste waren eigens zum Gala-Abend und zur Verleihung der Auszeichnung an Madeleine Winter-Schulze nach Delingsdorf gekommen. (Foto: Tara Gottmann)

Goldene Erdbeere für Madeleine Winter-Schulze 

(Delingsdorf) “Sowas hab ich ja noch nie erlebt, was für eine schöne Veranstaltung und ein tolles Gelände,” staunte Madeleine Winter-Schulze und freute sich riesig über die Auszeichnung an einem lauen Sommerabend beim Erdbeer-Cup von Enno Glantz, der mit einem großen, farbenprächtigen Feuerwerk zu Musik endete. Die 80 Jahre junge, gebürtige Berlinerin wurde für ihr jahrzehntelanges und unermüdliches Engagement für den Pferdesport ausgezeichnet. 

Es sind in jedem Jahr honorige Persönlichkeiten, die die “Goldene Erdbeere” erhalten. Turnier- und Hoffest-Initiator Enno Glantz hatte kurzerhand das Kennzeichen des Hofes in eine Ehrung umgewandelt. “Das mag man für ungewöhnlich halten, aber was soll ein Bauer anderes machen”, witzelte Glantz vergnügt. Madeleine Winter-Schulze stellte unumwunden fest, dass die vergoldete Frucht dekorativ sein, sie Erdbeeren sehr gerne isst und “vielleicht könnte man die Erdbeere mit Früchten füllen…?” Tatsächlich steht das Wirken und Handeln für die Vergabe der Auszeichnung im Mittelpunkt und die Verleihung auf dem großen Turnierplatz wurde mit Standing Ovations der vielen Besucherinnen und Besucher, darunter reihenweise Springreiter/innen und die gesamte deutsche WM-Dressur-Equipe gefeiert. Für “Mado” – wie Winter-Schulze genannt wird – kamen alle gern.

Goldene Erdbeere für eine sichtlich fröhliche Madeleine Winter-Schulze mit dem Initiator und Turnierchef Enno Glantz. (Foto: Tara Gottmann)
Goldene Erdbeere für eine sichtlich fröhliche Madeleine Winter-Schulze mit dem Initiator und Turnierchef Enno Glantz. (Foto: Tara Gottmann)

Gelungener Sommerabend mit freudiger Überraschung

“Isabell hat nur zu mir gesagt: Du mußt mit, wir müssen dahin”, lachte Madeleine Winter-Schulze, die nicht so ganz genau wusste, was sie erwartet und die 

Begegnung mit etlichen Freunden, das zwanglose Ambiente und die heitere Atmosphäre sichtlich genoss. Schleswig-Holsteins Dressur-Ikone Karin Rehbein war gekommen, die Derbysieger und Championatsreiter Peter Luther (Wittmnoldt) und Dr. Michael Rüping (Breitenburg). Mitgekommen aus dem Trainingslager waren auch die WM-Kandidaten Ingrid Klimke (Münster), Dorothee Schneider (Framersheim), Benjamin Werndl (Aubenhausen), sowie die Bundestrainerin Monica Theodorescu und Co-Trainer Jonny Hilberath mit dem DOKR-Dressurausschußvorsitzendem Klaus Roeser.

Etliche Gäste waren eigens zum Gala-Abend und zur Verleihung der Auszeichnung an Madeleine Winter-Schulze nach Delingsdorf gekommen. (Foto: Tara Gottmann)
Etliche Gäste waren eigens zum Gala-Abend und zur Verleihung der Auszeichnung an Madeleine Winter-Schulze nach Delingsdorf gekommen. (Foto: Tara Gottmann)

Leidenschaft für Pferde und Sport

Die gerade 80 Jahre junge Madeleine Winter-Schulze hat selbst Gold bei Deutschen Meisterschaften im Dressur- und Springsattel gewonnen, was – wie Laudatorin Isabell Werth unterstrich – “immer noch eine Rarität ist”. Nach dem Karriereende stellten sie und ihr verstorbener Ehemann Dieter Schulze sich in den Dienst der Sache. Soll heißen: die besten und wertvollsten Sportpferde im Spring-, Dressur- und Vielseitigkeitssport gehören oder gehörten dem Ehepaar. Die Medaillenbilanz deutscher Reiterinnen und Reiter bei internationalen Championaten würde wohl deutlich anders aussehen ohne das Engagement Winter-Schulzes.  Sie war im Dressur-Ausschuss des DOKR ehrenamtlich tätig und engagiert sich auch in der Stiftung Deutscher Spitrzen-Pferdesport. “Und es gibt darüber hinaus so viele Engagements, von denen die meisten gar nichts wissen, weil sie nie was an die ´große Glocke` hängt”, stellte Deutschlands erfolgreichste Dressurreiterin Isabell 

Werth fest. Dazu zählt z.B. die Eduard-Winter-Kinderstiftung in Berlin, benannt nach dem Vater von Madeleine Winter-Schulze.

Typisch für das bodenständig-bescheidene Naturell der Geehrten fielen die Dankesworte aus: “Ich tue all das sehr gern und ich bin sehr dankbar dafür, dass mein Vater seinerzeit alles so eingerichtet und vorbereitet hat, dass ich mir das auch leisten kann.” Was “ihre” Reiterinnen und Reiter, wie auch etliche andere in der gesamten Pferdeszene an ihr schätzen, ist das tiefe Verständnis für das, was Pferde und Reiter/innen brauchen, ihr ausgleichendes und lebensfrohes Wesen und die tatsächlich sprichwörtliche Bescheidenheit.

Bild mit freundlicher Genehmigung von Tara Gottmann

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